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Wir hatten in den letzten Jahren einen Anstieg beim Stromverbrauch von durchschnittlich rund 2% pro Jahr. Für die Zukunft erwartet man, dass die Nachfrage nach Strom weiter zunimmt. Grund: die zunehmende Ausstattung der Haushalte mit elektrischen Geräten sowie stark steigender Stromverbrauch am Arbeitsplatz und in der Industrie durch moderne Geräte und Maschinen. Woher soll man aber den Strom in Zukunft nehmen? Kalorisch? Atom? Erneuerbar? Politik und Energieversorger stehen vor einer großen Herausforderung.
Strom in Europa
Europaweit setzt sich aufgrund der steigenden Strom-Nachfrage wieder die Atomenergie stärker durch. Frankreich und England haben besonders hohe Anteile an Atomstrom, das ist bekannt. Wie aber sieht der gesamte Strom-Mix in der Eu aus?
Dominierend ist heute in Europa (EU 25) die Stromerzeugung aus kalorischen Kraftwerken, mit 52% gefolgt vom Atomstrom mit 32% und Wasserkraft mit 13%.
Zum europäischen Strommarkt berichtet greenpeace:
„Der Elektrizitätssektor in den 25 EU-Mitgliedsstaaten wird von Großkraftwerken dominiert, die fossile Brennstoffe und Atomkraft zur Stromerzeugung einsetzen. Dieser Wirtschaftssektor setzt jedes Jahr über 1,2 Milliarden Tonnen CO2 und über 2600 Tonnen gefährliche radioaktive Abfälle frei. Über die Hälfte der europäischen Kohlekraftwerke und fast 90% der in Europa produzierten Atomkraft befindet sich im Besitz von nur zehn Stromkonzernen.
Österreich – „Land am Strome“ - vom Stromexporteur zum Stromimporteur
Österreich mit seinen vielen Wasserkraftwerken berührt das Thema Stromversorgung nicht, sollte man meinen. Aber der ständige wachsende Stromverbrauch, auch in Österreich im Durchschnitt ca. 2% pro Jahr, macht Stromimporte insbesondere im Winter aus der EU notwendig! 2006 erzeugten lt. E-control alle österreichischen Kraftwerke 55.500 GWh – um den Stromverbrauch in Österreich jederzeit abdecken zu können, wurden aber zusätzlich 21.117 GWh strom importiert!
Hohe Österreichische Stromimporte im Winter
Österreich kann aufgrund seiner vielen Wasserkraftwerke im Sommer Strom exportieren. Stellt man aber die gesamten Stromexporte und Stromimporte Österreichs im Laufe des Jahres gegenüber, so ergibt sich für das Jahr 2006 einen Nettoimport von 6.758 GWh.
Besonders viel Strom wird in den Wintermonaten verbraucht: Im Jänner 2006 wurden 2576 GWh Strom nach Österreich importiert, das sind 55% der Stromenergie, die im gleichen Monat in ganz Österreich erzeugt wurde. Auch im Februar 2006 wurde über 50% der Strommenge importiert, im Verhältnis zur gesamten Österreichischen Strom-Erzeugung in diesem Monat.
Österreichische Stromversorgung vom Ausland abhängig? „Steigender Verbrauch überfordert Wasserkraft“
meldet der ORF Anfang des Jahres und weiter „Selbst bei einem großflächigen Ausbau könne die Wasserkraft den ständig steigenden Strombedarf in Österreich nicht abdecken. Diese Prognose kommt von Österreichs größtem Wasserkraftwerksbetreiber Austrian Hydro Power“.
Für Oberösterreich z.B. schätzt man, das mehr als 90% des Wasserkraft Potenzials bereits genutzt wird. Der gestiegene Stromverbrauch in Österreich macht nicht nur Strom-Importe notwendig, sonder es wird auch verstärkt Strom in kalorischen Kraftwerken, hauptsächlich mit fossilen Energieträgern, erzeugt. Diese Form der Stromerzeugung ist besonders klimaschädlich durch den hohen CO2 Ausstoß, der bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas entsteht. Zusätzlich wird Österreich bei dieser Art der Stromerzeugung von ausländischen Öl- und Gaslieferung abhängig.
Politik und Energieversorger stehen vor der schwierigen Aufgabe, die steigende Stromnachfrage zu bewältigen, insbesondere wenn man auf den „EU-Strom-Cocktail“ verzichten will. Aber es wird auch an uns Konsumenten liegen, ob wir Strom als etwas betrachten, das einfach aus der Steckdose kommt, oder ob wir mit unseren Stromressourcen bewusster umgehen und „Energiesparen“ wieder einen höheren Stellenwert einräumen.






