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Aus für Ölheizungen!

Aus für Ölheizungen!

In den nächsten 20 bis 30 Jahren sollen Ölheizungen gänzlich aus dem Wärmemarkt verdrängt werden. Der Ausstieg aus Ölheizungen im Neubau soll in allen Bundesländern ab spätestens 2020 erfolgen. "Sozial verträglicher Ausstieg aus dem Ölheizungsbestand ab spätestens 2025, beginnend mit Kesseln, die älter als 25 Jahre sind", heißt es dazu. Umgesetzt werden soll dies mittels "Schaffung attraktiver Förderungsangebote".

Die Details sind noch offen, der Text verweist auf eine "gemeinsame Wärmestrategie", die Bund und Länder erarbeiten sollen.

Regierung im Gespräch mit Ländern

Das geplante Verbot des Einbaus neuer Ölheizungen ab dem Jahr 2020 ist Ländersache und könnte daher - via Baurecht - nur durch entsprechende Beschlüsse der Landtage erfolgen. Dazu sei die Regierung mit den Ländern im Gespräch, hieß es am Dienstag bei der Präsentation der Klimastrategie. Schon der frühere Umweltminister Andrä Rupprechter (ÖVP) hatte 2016 mehrfach für ein Verbot von Ölheizungen in Neubauten bzw. bei Umrüstungen plädiert. Lediglich der niederösterreichische Landtag beschloss - im Mai 2017 - ein Verbot für den Einbau von Ölheizungen in Neubauten ab dem Jahr 2019.

Laut der Österreichischen Energieagentur gibt es in Österreich ohnedies nur noch 600.000 Ölheizungen, um ein Drittel weniger als ein Jahrzehnt davor (900.000). Dazu verwies die Energieagentur kürzlich auf die Hauptwohnsitzdaten von 2015/16. Vor allem in den westlichen Bundesländern, in denen Ölheizungen häufig waren, gab es gegenüber 2005/06 und erst recht im Vergleich zu 2003/04 einen deutlichen Rückgang. Wurde 2003 noch in jedem zweiten Haushalt in Tirol und Vorarlberg eine Ölheizung verwendet, sank dieser Anteil auf rund ein Viertel (Vorarlberg) bzw. ein knappes Drittel (Tirol).

Geringer ist der Unterschied im Süden und Osten des Landes, wobei in der Bundeshauptstadt Wien der Anteil an Ölheizungen in Hauptwohnsitzen mit drei Prozent kaum noch eine Rolle spielt - Mitte des vergangenen Jahrzehnts waren es in Wien noch 6,6 Prozent, 2003/04 sogar 9,9 Prozent. Zuletzt den höchsten Ölheizungsanteil gab es 2015/16 mit 34,5 Prozent in Tirol, gefolgt von 30,7 Prozent in Kärnten.

Bisher Förderungen für Einbau von Ölheizungen

Finanziell versüßt werden Ölheizungen bisher durch die von der Mineralölindustrie mitgetragene Initiative Heizen mit Öl (HMÖ), über die von 2012 bis 2016 über 61 Mio. Euro Förderung ausgegeben wurden. 2017 erreichte die Zahl der Anträge auf Einbau einer neuen Ölheizung in Österreich mit 5.763 den höchsten Wert seit dem Jahr 2011. Finanziert werden die HMÖ-Aktivitäten durch Beiträge der Mitgliedsunternehmen von elf Euro pro 1.000 Liter verkauftes Heizöl.

2016 kamen so (bei damals noch zehn Euro je 1.000 Liter) in Summe 14,8 Mio. Euro herein. Finanziert werden damit auch Werbemaßnahmen in TV und Printmedien sowie Messeauftritte. Mit den bisher über 50.000 Ölkesseltauschen seien 4.090 GWh Energie eingespart worden, der Jahresenergieverbrauch von 236.000 Haushalten, argumentiert das Institut für Wärme- und Oeltechnik (IWO). Neben dem IWO sind auch der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) und der Fachverband des Energiehandels HMÖ-Eigentümer.

Heizung, Warmwasser und Kühlung in Gebäuden machen rund 27 Prozent des gesamten österreichischen Endenergiebedarfs aus, heißt es im Papier zur Klima- und Energiestrategie. Heizung und Warmwasserbereitung in Gebäuden umfassten derzeit rund 16 Prozent der heimischen Treibhausgasemissionen (in den Sektoren außerhalb des Emissionshandels).

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